Weusthoff hält für Ennepetal Sieg fest

19.11.2018
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Die Entscheidung: Nils Nettersheim trifft zum 2:1-Endstand (86.). (Foto: Marinko Prša / Westfalenpost)

Torwart überragender Spieler beim 2:1 (0:0) gegen Neuling Holzwickeder SC. Lahchaychi trifft mit seiner ersten Ballberührung zum 1:0.

Es sind acht Minuten in der Nachspielzeit gespielt. In der Fußball-Oberliga muss sich der gastgebende TuS Ennepetal einem Eckstoß des Holzwickeder SC stellen. Alle, aber auch alle 22 Spieler sind im Strafraum der Klutertstädter. Nils Hoppe erhält den Ball, schießt aufs Tor. Marvin Weusthoff pariert, hält die drei Punkte beim 2:1 (0:0)-Sieg fest. Eine Szene, die durchaus symptomatisch für das Spiel herhalten kann.

Denn Marvin Weusthoff, der als Spieler der Begegnung herausragt, hat dem TuS Ennepetal die Punkte gesichert. Gleich mehrere Glanztaten ließen die Gäste-Stürmer verzweifeln, verhinderte Gegentore und somit einen möglichen Punktverlust. Damit bleiben die Ennepetaler nunmehr im neunten Spiel in Folge unbesiegt. Wenn man so will gibt es mit dem Gegentreffer einen kleinen Schönheitsfleck, Mirco Gohr nämlich hat die Ennepetaler Serie von sechs Spielen in Folge, nach 620 Minuten ohne Gegentreffer reißen zu lassen.

620 Minuten ohne Gegentreffer

Ein Gegentreffer übrigens, der der Sorte „unnötig“ zugeordnet werden muss. Der Ball war sicher in den Reihen der Ennepetaler. Doch Maik Bollmann, ansonsten eine der stabilsten Figuren im Ennepetaler Spiel, vertändelt das Leder im Mittelfeld, Holzwickede kommt wie aus dem Nichts zum Angriff, hat mehrere Chancen im Ennepetaler Strafraum, ehe Gohr trifft – unhaltbar aus etwa zehn Metern.

So herrschte nach dem Schlusspfiff im Lager des TuS Ennepetal riesige Erleichterung, riesiger Jubel, als Sina Diekmann die Partie abgepfiffen hatte. Insbesondere, weil die Schlussphase enorm hektisch wurde. Marcel Duwe musste vom Feld, hatte sich echauffierte nach einer Schiri-Entscheidung – es ging um einen Einwurf. Dabei übergab er in unschöner Manier das Leder. TuS-Trainer Alexander Thamm ereiferte sich, in der HSC-Coachingzone hielt es kaum einen mehr, fast kam es zur Rudelbildung. In deren Folge jedenfalls musste Thamm auf die Tribüne. Der Schlusspfiff zum Sieg entschädigte schließlich.

Die Begegnung begann mit leichtem Übergewicht der Gäste. Wie Ennepetal ging es aus einer 4er-, manchmal auch 5er-Kette in eine starke Angriffsformation mit fünf Offensivspielern. So macht es der TuS Ennepetal auch. Diesmal aber mit Vorteilen für Holzwickede. Doch Tore wollten nicht fallen, Chancen waren hüben wie drüben übrigens Mangelware. Und wenn, war Weusthoff einmal mehr der sichere Rückhalt des Gastgebers. So, als er einen fulminanten Schuss aus gut und gerne 30 Metern von Tomislav Ivancic aus dem Winkel fischte (22.) „Er ist der beste Keeper der Liga“, so Tim Dosedal, der die Partie als Zuschauer betrachten musste. Seine Muskelverletzung im Oberschenkel lässt noch kein Training zu, geschweige denn einen Einsatz.

Die offensive Spielweise des Aufsteigers führte überdies dazu, dass die Ennepetaler Formation sich hier und da unorganisiert präsentierte. Immer wieder taten sich Lücken auf – die zum Glück für die Gastgeber ungenutzt blieben. „Die erste Hälfte geht an den Holzwickeder SC“, so Alexander Thamm.

Erst nach dem Seitenwechsel wurde Ennepetal gefährlicher. Einen besonderen Moment gab es nach einer Stunde, als Thamm für den eher blass wirkenden Dylan Oberlies nun Ibrahim Lahchaychi aufs Feld brachte. Mit der ersten Ballberührung fasste sich der Offensivspieler ein Herz und zog aus gut 30 Metern ab. Der Ball senkte sich unhaltbar in den Winkel des HSC-Gehäuses. Unbeschreiblicher Jubel brannte ob dieser 1:0-Führung auf (60.).

Doch beruhigend sieht anders aus. Zwar hatte Ennepetal durchaus Chancen, auf 2:0 zu erhöhen, doch immer wieder gab es Phasen, in denen die Gäste überlegen spielten, in denen Ennepetal ungeordnet agierte – aus solch einer Situation gab es den 1:1-Ausgleich. Nur gut, dass sich sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Nettersheim mit seiner ganzen Kraft durchsetzte, schießt und der Ball vom Innenpfosten ins Netz zum entscheidenden 2:1 geht.


Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

Autor: Heinz-G. Lützenberger

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