Stadt und TuS Ennepetal für ein nachhaltiges Bremenstadion

01.07.2020
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Der TuS Ennepetal will das Bremenstadion mit der gesamten Infratsruktur in Milspe in absehbarer Zukunft klimaneutral betreiben. (Foto: Hans Blossey)

Der TuS Ennepetal erhält bei der Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts für das Bremenstadion Unterstützung durch die Stadt.

Der TuS Ennepetal will für die Sportanlage Bremenstadion ein Nachhaltigkeitskonzept entwickeln und umsetzen. Dabei setzt der Verein auf die Unterstützung der Stadt. Einen entsprechenden Antrag begrüßte der Rat und verwies ihn in den Umweltausschuss. Um aufgrund der besonderen Umstände durch die Corona-Pandemie keine Zeit zu verlieren, wurde die Verwaltung zugleich beauftragt, mit der gewünschten Bestandsaufnahme der Sportanlage, des Sportjugendheims, der Flutlichtanlage und der Stromversorgung zu beginnen.

Beim Neujahrsempfang des TuS Ennepetal Anfang Februar hatte der Vereinsvorsitzende Dr. Michael Peiniger erklärt, dass man bis zum Jahr 2025 vollständige Klimaneutralität erreichen wolle. Dies solle zu einem Teil durch konkrete Maßnahmen vor Ort wie die Erneuerung der Heizungsanlage und den Bezug von Ökostrom gelingen, zum anderen Teil durch eine Kompensation für den CO2 -Verbrauch. Peiniger kündigte an, dass eine Projektgruppe einen Entwurf erarbeiten werde, wie diese Vision zur Realität werden könnte. Die praktische Umsetzung könnte ab dem kommenden Jahr erfolgen (wir berichteten). Der TuS Ennepetal war auch – ebenso wie die Stadt selbst – bereits 2019 der Allianz für Entwicklung und Klima beigetreten.

Auf andere Vereine übertragen

Für die gemeinsame Entwicklung des Konzepts führen Michael Peiniger und der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Vereins, Uwe Bau, in dem Antrag konkrete Schritte auf. Dazu gehören neben der gemeinsamen Bestandsaufnahme der Anlage das Entwickeln und Bewerten möglicher Optionen für konkrete Projekte. Als Beispiele aufgeführt sind ein Dämm-, Lüftungs- und Heizkonzept für das Sportjugendheim, die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED für den Kunstrasen- und/oder den Naturrasenplatz, die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Sportjugendheim und weiteren geeigneten Flächen sowie die Zusammenlegung der Stromverbräuche zu einem Bilanzkreis, um eine mögliche Eigennutzung der Stromproduktion zu optimieren. Die ausgearbeiteten Konzepte sollten dann dem Rat der Stadt zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der TuS Ennepetal will sich parallel zu den gemeinsam mit der Stadt vorgesehenen Maßnahmen um die effiziente Sanierung des Vereinsheims kümmern. Geplant sei demnach die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Erneuerung von Elektro-, Kühlgeräte und Beleuchtung zur Senkung des Stromverbrauchs sowie die Errichtung einer Wallbox für das Laden von Elektrofahrzeugen mit selbsterzeugtem Strom.

Die Verwaltung schlug in der Beschlussvorlage vor, den Verein auf seinem Weg zu begleiten. Dabei sollten Ideen und Methoden entwickelt werden, die in der Folge auf andere Vereine oder Sportstätten übertragen werden könnten.

Auch im Rat stieß das Ansinnen des TuS auf Wohlwollen. „Ich begrüße das außerordentlich und sehe einen Multiplikatoreffekt“, sagte Jürgen Hofmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Darauf hatte der Verein in seiner Begründung für den Antrag hingewiesen. Mit ca. 700 Mitgliedern und deren Familien wirke man als direkter Multiplikator auf mehrere tausend Menschen, heißt es dazu.

CDU-Fraktionschef Daniel Heymann bezeichnete das Projekt als „interessante Geschichte“. Auf seine Nachfrage, ob der Beschluss von der Verwaltung mit Bordmitteln umzusetzen sei oder weitere Kosten auf die Stadt zukämen, antworte Fachbereichsleiter Stephan Langhard, dass es zunächst darum gehe, Informationen zu bündeln und in ein Konzept zu bringen. Das binde erst einmal nur Personal. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Rauleff äußerte sich positiv. „Wer beim Neujahrsempfang war, hat gesehen, mit welchem Engagement ein großer Teil des Vereins daran gehe.

In seinem Antrag betonte der TuS Ennepetal auch, dass die Vision eines nachhaltigen Betrieb des Bremenstadions finanzielle Vorteile für Stadt und Verein mit sich bringe, insbesondere durch Förderungen sowie die langfristige Senkung der Betriebskosten. Außerdem wäre ein nachhaltiger TuS Ennepetal ein Leuchtturmprojekt für die Region.



Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

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