Riedel: Wegen Corona Saison sofort unter- oder abbrechen

25.10.2020
ai
Auch Interessant

Der Verband beruhigt, alles laufe ganz gut. Thomas Riedel sieht das völlig anders. Saison sofort unter- oder abbrechen, fordert er.

„Das ist unverantwortlich, dass der Fußball fortgesetzt wird.“ Thomas Riedel, Sportlicher Leiter des Oberligisten TuS Ennepetal, ist ganz und gar nicht einverstanden damit, dass der Westfälische Fußballverband, FLVW, das Thema Saisonabbruch zunächst beiseite schiebt und den Ball weiter rollen lassen möchte. „Es geht hier nicht um den Fußball. Es geht um die Auswirkungen, die der Fußball verursacht“, so Riedel.

Fußball belastet die Gesellschaft

Thomas Riedel kann sich bei dem Thema Fußball und Corona richtig in Rage reden. Dabei liebt der den Fußball, liebt die Gespräche am Rande und das Bierchen danach, die Geselligkeit, die Freundschaften, die der Fußball mit sich bringt. „Das geht so jetzt nicht mehr“, sagt der Ennepetaler. „Wir stehen in der Verantwortung. Es geht meiner Ansicht nicht darum ob, sondern wann die Saison abgebrochen zumindest aber unterbrochen wird.“

Der Fußball, so seine Argumentation, tue der Gesellschaft derzeit nicht gut, er belaste die Gesellschaft. „Es ist keine Frage, dass wir während der Spiele die Hygienevorschriften einhalten und auch einhalten können. Aber das ist längst nicht alles“, so Thomas Riedel. „Denn die Ab- und Anreise sowie das Umziehen, das mögliche Duschen und die Ansprachen des Trainers bergen riesige Gefahren“, setzt er fort. „Hier stecken sich Leute an und müssen behandelt und erfasst und in Quarantäne geschickt werden.“

Die Folge aus seiner Sicht: durch den Fußball – natürlich nicht nur – würden Kapazitäten geblockt, die in Gesundheitsämtern dringend gebraucht werden. „Die Ämter sind überfordert. Nicht, weil sie es nicht können. Sondern weil so viel auf sie an Arbeit zukommt. Auch unnötige Arbeit.“ Aber auch auf die Gesellschaft, speziell die Arbeitswelt, wirkt sich der Fußball aus. „Viele Arbeitgeber zeigen kein Verständnis dafür, dass Fußball gespielt wird und somit ein unnötig hohes Risiko entsteht“, sagt Riedel.

Riedel widerspricht dem Verband

Er widerspricht dem Inhalt der jüngsten Video-Konferenz des FLVW mit den Kreisvorsitzenden, dass die Situation gar nicht so schlimm sei, dass bei etwa 25.500 Spielen nur 436 ausgefallen seien. Riedel: „Wir sind erst am Anfang einer Saison. Und die Steigerung ist exponentiell. Es kann nicht sein, dass der Verband auf Biegen und Brechen 50 Prozent der Saison spielen lassen will, um die Saison zu werten.“

Allerdings würde Thomas Riedel davon abraten, sich dem Verband zu widersetzen, um nicht anzutreten. Gleichwohl hofft der Ennepetaler, dass sich mehr und mehr Funktionäre aus den Vereinen zusammenschließen würden, um seinen Sorgen mehr Gehör zu verschaffen. „Das ist eine Art Hilferuf von mir“, sagt er. „Wir müssen vereint den Verband dazu bringen, dass die Saison abgebrochen, zumindest aber lange unterbrochen wird. Die Basketballer haben es uns richtigerweise vorgemacht.“


Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist WP-EN_Südkreis-150x150.jpg

Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

www.wp.de