„Klutert-Cup“ folgt dem „Spax-Cup“

27.01.2020
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Thomas Riedel (Sportlicher Leiter) und Tanja Richartz (Jugend-Vorstand) erläutern beim Neujahrsempfang des TuS Ennepetal die Entwicklungen bei den Senioren und in der Jugend. (Foto: Heinz-G. Lützenberger / Westfalenpost)

Aus „Spax-Cup“ wird „Klutert-Cup“ und der Sportliche Leiter Thomas Riedel will kürzer treten. Es bewegt sich viel beim TuS Ennepetal.

„Es war schon ein komisches Gefühl. Bei mir und bei allen anderen im Stadion“, sagt Alexander Ischebeck. Damit blickt er während des Neujahrs-Empfangs des TuS Ennepetal auf das Ende des renomierten, internationalen U19-Pfingstturniers zurück. Eine 46-jährige Geschichte endete am vergangenen Pfingstmontag, keinen Spax-Cup mehr. Doch was sich seinerzeit schon angedeutet hatte, wird konkret: Es wird eine Alternative geben. Aus dem „Spax-Cup“ wird der „Klutert-Cup“. Nicht zu Pfingsten, sondern vom 14. bis 16. August.

Letzter Pfiff von Schiedsrichter Lepperhoff

Rückblende: Es ist 15.58 Uhr. Pfingstmontag 2019. Schiedsrichter Patrick Lepperhoff aus Gevelsberg bläst in seine Pfeife, der laute Ton geht durch das Rund im Bremenstadion. Es ist der letzte Abpfiff eines Spieles, wenn der TuS Ennepetal internationale A-Junioren zum Pfingstturnier bittet. Unwiderruflich. Nichts geht mehr. Und Turnier-Neuling Malmö FF hat die historische Tat vollbracht, der letzte Sieger zu sein – nach einem verdienten 2:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf. Es war das 46. und letzte Pfingstturnier.

Schnell Idee für Nachfolge-Turnier

Doch bereits mit dem Ende des Turniers ging der Blick für Alexander Ischebeck, der zusammen mit Philipp Rath die Turnierleitung inne sowie von Stephan Kirsch und Thorsten Kornemann übernommen hatte, nach vorne. Irgendetwas würde nachfolgen, nicht zu Pfingsten, im Sommer. Viel konkreter ist es beim Neujahrsempfang im Jugendheim am Bremenstadion nicht geworden – zumindest was die Teilnehmer angeht. Sicher ist nur, dass es ein dreitägiges Turnier geben wird, mit 16 Mannschaften in vier Gruppen und ab dem Viertelfinale geht es in die K.o.-Spiele. „Sowohl den Natur- als auch den Kunstrasen werden wir nutzen“, sagt Ischebeck. „Zwei Spiele werden parallel ausgetragen.“

Alexander Ischebeck, nunmehr ehemaliger Turnierleiter „Spax-Cup“, erklärt, wie im August das Turnier um den „Klutert-Cup“ laufen wird.
Alexander Ischebeck, nunmehr ehemaliger Turnierleiter „Spax-Cup“, erklärt, wie im August das Turnier um den „Klutert-Cup“ laufen wird. Foto: Heinz-G. Lützenberger

Mannschaften aus der näheren und weiteren Umgebung werden eingeladen. Die Anfragen werden dieser Tage starten, auch der Sportliche Leiter Thomas Riedel mit seinen unendlich vielen Kontakten wird helfen. Dabei sind Mannschaften genauso willkommen wie die Nachbarn des FSV Gevelsberg oder TSG Sprockhövel wie auch Teams aus Bezirks- oder Landesligen. An einen Bundesliga-Nachwuchs denkt keiner, auch nicht an Mannschaften aus der U19-Bundesliga. Dazu liegt der Termin zu nahe an den Start der kommenden Spielzeit.

Finanzieller Rahmen geringer

Klar ist, dass der finanzielle Rahmen geringer sein wird. Das war übrigens einer der ausschlaggebenden Gründe, warum der Spax-Cup nicht mehr im Angebot ist. Übernommen wird die Geselligkeit. Der Freitagabend dient den Eröffnungsspielen, am Samstagabend gibt es ein Event – also irgendetwas Ungezwungenes mit Musik. „Die Motivation und Freude, etwas Neues anzubieten, ist viel größer als die Trauer um das Ende des Pfingstturniers“, sagt Ischebeck. Zustimmend der Applaus der geladenen Gäste aus Ennepetals Verwaltung und Politik sowie Bürgermeisterin Imke Heymann, ihre Vorgänger Wilhelm Wiggenhagen und Michael Eckhardt, Landrat Olaf Schade oder Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer.

Im Sommer einen „Erika-Hiby-Tag“

Das war aber längst nicht der einzige Ausblick: Der sich vor wenigen Jahren neu aufgestellte Jugendvorstand bietet im Sommer wieder den Familientag an, der „Erika-Hiby-Tag“ heißen wird – zu Ehren der vor wenigen Monaten verstorbenen Erika Hiby, die stets freundlich, stets im Hintergrund, stets hilfsbereit war. Vorstands-Mitglied Tanja Richartz („Wir sind ein Team, wir belegen nicht die klassischen Vorstandsämter.“) erläuterte, dass jeder im Verein seinen Spaß an dem Tag haben wird. Das genaue Datum wird noch genannt, wenn beispielsweise Mannschaft aufeinander treffen, die sich aus Akteuren der Minis bis zu den Oldies zusammen setzen.

Um Wintercup in Schwelmer Halle

Ferner warb Richartz für den Wintercup, der zum dritten Mal ausgetragen wird. In der Schwelmer Dreifeldhalle wird es am 22. und 23. Februar Turniere der Minis bis zu den D-Junioren geben. Überdies machte Tanja Richartz das Mitarbeiten im Jugendvorstand schmackhaft. „Wenn die Kids auf dem Platz trainieren und die Eltern im Jugendheim Kaffee trinken und sich nett unterhalten – das ist es doch, warum wir das hier alles machen“, sagt sich freudestrahlend. Eines ihrer schönsten Erlebnisse war, dass zwei Jugendliche einfach so an sie heran getreten seien, um in der Ennepetaler Fußball-Jugend zu helfen. Mittlerweile haben die beiden Jungs einen Trainer- beziehungsweise einen Übungsleiterschein bestanden.

Beim Neujahrsempfang des TuS Ennepetal stellt Vorsitzender Dr. Michael Peiniger die Gesamt-Situation dar. Rechts: Moderator Marc Schulte.
Beim Neujahrsempfang des TuS Ennepetal stellt Vorsitzender Dr. Michael Peiniger die Gesamt-Situation dar. Rechts: Moderator Marc Schulte. Foto: Heinz-G. Lützenberger

Dr. Michael Peiniger als Vorsitzender und Thomas Riedel als Sportlicher Leiter betrachteten den Gesamt-Verein mit seinen etwa 750 Mitgliedern – davon etwa 400 Kinder und Jugendliche – sowie die zwei Senioren-Mannschaften. Thomas Riedel nahm mit einem Augenzwinkern der Stadt die Sorge, dass das Bremenstadion eventuell umgebaut werden müsse – falls die erste Mannschaft in die Regionalliga aufsteige. Im Ernst aber beurteilt er die sportliche und finanzielle Lage des Oberligisten als gut und solide – auch wenn der sportliche Lauf in Meisterschaft und auch in den Tests derzeit nicht zu gut sei. „Wir sind finanziell am schlechtesten ausgestattet, kommen aber gut zurecht. Wir wollen und werden weiterhin in der Oberliga spielen“, sagt Riedel. Die Situation sei überdies die, dass Ennepetal nicht andere Vereine überholen wolle, sondern dass andere Vereins wie Wattenscheid oder Herne aus misslichen finanziellen Situationen an den Ennepetalern vorbei nach unten gingen.

Eigener Nachwuchs in der Oberliga

Nicht nur der finanziellen Gegebenheiten gehorchend werden mehr und mehr Eigengewächse in den Seniorenbereich integriert. „Fünf Spieler sind im engeren und erweiterten Oberligakader, die aus der eigenen Jugend oder aus unserer U23 aus der Kreisliga kommen“, so Riedel. „Das hat es viele Jahre so nicht gegeben.“ Überdies würde endlich die Kreisliga-Reserve auch um den Aufstieg mitspielen können. Und ein Sprung in die Bezirksliga würde den Abstand von erster und zweiter Garnitur verkürzen. „In der U23 haben wir ausnahmslos Spieler aus unserer Jugend“, Thomas Riedel, der künftig kürzer treten will.

Riedel will sich zurückziehen

Stattdessen solle mehr und mehr Marc Becker in die Verantwortung genommen werden. „Er hat einfach den besseren Zugang zu den jüngeren Spielern. Ich werde einfach älter und das macht sich auch im Umgang mit den Spielern bemerkbar“, sagt Riedel. „Die heutigen Fußballer setzen andere Prioritäten, als ich es noch gekannt habe. Becker kann da anders mit umgehen“, so Riedel weiter – um erneut mit einem Augenzwinkern anzumerken. „Ich sehe meine künftigen Platz an der Theke.“

Angesprochen vom kurzweilig agierenden Moderator Marc Schulte ging Peiniger auf die Gesamt-Situation des TuS Ennepetal ein. Warum der Verein vom Bremenstadion im Gegensatz zu vielen anderen Klubs einen Zulauf habe, „will und kann ich nicht beurteilen“, so Michael Peiniger. „Wir haben ein tolles Umfeld, haben tolle Trainer und Betreuer und auch das Jugendheim wird immer besser angenommen. Das sind aus meiner Sicht Faktoren, warum wir einen so guten Zulauf und auch eine so beeindruckende Anzahl an Jugendlichen haben.“



Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

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