Keinen Stillstand trotz der Corona-Pandemie

15.02.2021
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Der Neujahrsempfang des TuS Ennepetal 2020: Vorsitzender Dr. Michael Peiniger (l.) und Moderator Marc Schulte. In diesem Jahr gab es wegen des Corona-Lockdowns „nur“ eine Videoschalte (Foto: Heinz-G. Lützenberger / Archiv)

Ein ungewöhnlicher Neujahrsempfang: So stellt sich der TuS Ennepetal für die weitere Zukunft auf.

Der Ball wird diese Saison nicht mehr rollen. Davon zeigen sich Michael Peiniger und Thomas Riedel als Vorsitzender beziehungsweise als Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal überzeugt. Dies betonten sie jetzt während des traditionellen Neujahrsempfanges des Vereins, der erstmals als Videokonferenz stattgefunden hat.

„Ich glaube nicht, dass die aktuelle Saison beendet wird, obwohl der Verband alles dafür tun wird”, so Riedel. „Die Zeit wird nicht ausreichen, um die Hinserie zu beenden. Die Gesundheit muss im Vordergrund stehen. Wenn wir also vorab auch noch ausreichend Zeit für die Vorbereitung einplanen müssen, wird das nicht funktionieren.” Gleichwohl laufen aktuell schon die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren: „Einige Verlängerungen stehen kurz vor dem Abschluss. Dazu werden wir uns bald äußern.”

Videoschalkte zum Neujahrsempfang

Kontakte vermeiden, die Inzidenzzahlen senken. Das sind die Ziele im aktuellen Lockdown während der Corona-Pandemie. Also wird die digitale Seite des Lebens zwangsläufig bevorzugt. Auch beim TuS Ennepetal. „Irgendwie ist es schon ein skurriles Szenario: Man sitzt vor dem heimischen PC und trifft sich online in einer Gruppe – sei es im Freundeskreis, für Schule, Studium oder beruflich bedingt. Oder weil der TuS Ennepetal zum Neujahrsempfang geladen hat“, sagt Marc Schulte, Sprecher der Fußballer vom Bremenstadion.

Bisher war es so, dass Marc Schulte mit dem Mikrofon in der Hand durch den Neujahrsempfang führte. Der Raum im Jugendheim am Bremenstadion war stets gut gefüllt, viele Ehrengäste aus Kommunalpolitik und Gesellschaft sowie Sponsoren und Freunde gaben sich die Ehre. Dazu viele Helferinnen und Helfer sowie Funktionäre des Vereins. Überdies gab der TuS Ennepetal meist durch den Vorsitzenden Michael Peiniger und den Sportlichen Leiter Thomas Riedel einen Einblick in die Pläne. Doch weder Interview noch Powerpoint gab es diesmal. Aber einen Neujahrsempfang.

Keinen Stillstand trotz der Corona-Pandemie

Dennoch: Die Videoschalte war intensiv, bot eine gute Stunde lang viele Informationen. Etwa 40 Gäste – darunter Bürgermeisterin Imke Heymann, der Bundestagsabgeordnete René Röspel, der Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer und der stellvertretende Landrat Walter Faupel – nahmen das Angebot dankbar an. Und allen war nach diesem besonderen Neujahrsempfang klar: Es gibt keinen Stillstand trotz der Corona-Pandemie im Verein. Treffend wie es Angelika Peiniger bezüglich der Renovierung des TuS-Vereinsheims formulierte: „Wir haben doch jetzt Zeit – also packen wir es an!“

Ziel: 2025 die Klimaneutralität erreichen

Klar, das alte, neue Vereinsheim spielt derzeit eine große Rolle, die dringend notwendige Sanierung des Stadions ebenfalls. Das große Thema, welches Michael Peiniger bereits im vergangenen Jahr angeschnitten hat, ist das Ziel der Klimaneutralität des Vereins. 2025 soll es so sein, sagte der Vereins-Vorsitzender. Der neu in die Geschäftsführung gewählte Uwe Bau erläuterte die bisherigen Fortschritte. „Wir haben eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher für das Dach des Vereinsheims in Planung, die wir in der ersten Jahreshälfte 2021 in Betrieb nehmen möchten“, sagte Bau, der federführend für das Projekt Klimaneutralität zuständig ist. Entsprechende Anträge und Förderanträge seien bereits gestellt, erste Angebote eingeholt. Weitere Maßnahmen betreffen die Heizung im Jugendheim, die Flutlichtanlage. „Wir haben mit Sportamt, Stadtsportverband, Vereinen und Schulen, die die Anlage nutzen, ein Gesamtkonzept Bremenstadion erarbeitet“, so Bau weiter.

„Klutert-Cup“ für August in Planung

Dass das Trainings- und Spielverbot nicht gleich Stillstand bedeutet, das machte Alexander Ischebeck klar. Er arbeitete zwar bereits in den Vorständen des TuS Ennepetal mit, ist allerdings neu in die Geschäftsführung gewählt und in dieser Funktion zuständig für die Digitalisierung innerhalb des Vereins. „Wir haben unsere Mitgliederverwaltung komplett neu aufgestellt, die auch neue Möglichkeiten bei der Kommunikation bietet. Wir werden schneller und transparenter“, so Ischebeck. Auch hier gehe es um Nachhaltigkeit. Ischebeck: „Wir wollen über kurz oder lang papierlos werden.“

Nach dem Aus des Turniers um den Spax-Cup hatte der TuS Ennepetal – federführend Alexander Ischebeck – den „Klutert-Cup“ ins Leben rufen wollen. Der Termin zur Premiere wäre im vergangenen August gewesen. Doch Corona hat einen gewaltigen Strich durch diese Rechnung gemacht. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. „Stand jetzt ist das Turnier vom 13. bis zum 15. August geplant“, erläutert Ischebeck. Allerdings sei der weitere Pandemie-Verlauf und einhergehend der mögliche Saisonstart 2021/2022 zu berücksichtigen.

Mit Eltern und Kindern in Kontakt bleiben

Die Lust auf Fußball ist riesig. Das hatte Tanja Richartz für den Jugendvorstand klar gemacht. Die aktuelle Situation sei eine Herausforderung, „viele Trainer nutzen die Möglichkeit der Online-Plattformen für kleine Trainingseinheiten. Grundsätzlich versuchen alle Trainer und Betreuer, mit ihren Kids und deren Eltern in Kontakt zu bleiben”, sagt Richartz, die sich eine schnelle Rückkehr zum Vereinssport wünscht. „Es geht darum, wieder gemeinsam auf dem Platz zu trainieren.“

Vorsitzender Michael Peiniger bedankte sich bei allen Mitgliedern, die dem Verein in dieser „Jahrhundertkrise für die Menschheit“ beiseite stünden. Gleichzeitig versuchte er, für die kommenden Monate Optimismus auszustrahlen: „Der TuS geht klar mit der Wissenschaft und befolgt mit Vernunft alle Corona-Regeln, sieht aber tendenziell Licht am Ende des Tunnels und hofft wieder auf Spaß am Fußball spätestens zur neuen Saison.“


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