Gütersloh legt Protest gegen Sieg ein

03.12.2018
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Maik Bollmann kassierte in Gütersloh die Gelb-Rote Karte (Foto: MiSch / Westfalenpost)

Nach 1:0-Erfolg legt unterlegener Gastgeber FC Gütersloh Protest gegen die Wertung ein. Schlimmstenfalls wird Spiel neu angesetzt.

Der TuS Ennepetal ist in der Fußball-Oberliga zehn Spiele in Folge unbesiegt. Doch das könnte zur Makulatur werden. Weil das 1:0 beim FC Gütersloh neu bewertet werden und ein Wiederholungsspiel angesetzt werden könnte. Denn: Die Ostwestfalen haben Protest gegen die Wertung des Spiels vom vergangenen Sonntag eingelegt.

„Eine faire sportliche Niederlage würden wir immer akzeptieren. Es ist beim Elfmeter in der Nachspielzeit aber so viel aus dem Ruder gelaufen, dass von einem ordnungsgemäßen Ablauf des Spiels nicht die Rede sein kann“, wird der Sportliche Leiter des Gastgebers, Tim Brinkmann, auf der Homepage vom FC Gütersloh zitiert.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Ennepetal einen Strafstoß bekommen. TuS-Keeper Marvin Weusthoff trat an, scheiterte am Gastgeber-Torwart Frederic Westergerling – doch der Nachschuss saß zum Tor des Tages.

Fragwürdiger Strafstoß

Nach intensiven Beratungen nach der Partie stellte der Vorstand des Gastgebers fest, dass an dem Pfiff des Schiedsrichters zum Strafstoß als Tatsachenentscheidung nicht zu rütteln sei – wenngleich die Entscheidung kritisiert wird. „Eine fragwürdige Entscheidung, den Elfer hätte man nicht geben müssen“, sagt auch Thomas Riedel, Sportlicher Leiter des TuS Ennepetal.

Als Protestgrund gibt der FC Gütersloh aber eine regelwidrige Ausführung des Elfmeters an. Diesen Regelverstoß habe nach Auffassung des FCG-Vorstandes der eigene Spieler Lars Beuckmann begangen. Er wurde des Feldes verwiesen, befand sich auf dem Weg nach draußen noch auf dem Platz, als der Strafstoß angepfiffen wurde. Eine Sport total-Kamera unter dem Tribünendach habe diesen Vorgang eindeutig eingefangen, heißt es. „Stimmt, er war noch auf dem Feld. Aber er hat keineswegs mehr in das Geschehen eingegriffen“, hat Thomas Riedel beobachtet.

Nach dem Tor, als der Anstoß noch nicht erfolgt war, hatten Gastgeber-Spieler die Unparteiischen darauf aufmerksam gemacht. Doch Schiedsrichter Patrick Holz entschied auf Tor und nicht auf Wiederholung des Strafstoßes. Aus Sicht des FC Gütersloh ist das eine willkürliche Entscheidung, die durch die Regeln nicht gedeckt ist. So könne ein Spiel erst fortgesetzt werden, wenn ein Spieler nach einem Platzverweis das Spielfeld verlassen habe.

Der Protest steht im Raum, Riedel sieht diesem gelassen entgegen: „Ich lasse mich überraschen.“ Er tendiert dahin, dass der Protest keinen Bestand haben wird. Denn „aus einem Vorteil kann kein Nachteil entstehen“, zitiert Riedel eine alte Fußball-Weisheit, die auch in Schiedsrichter-Schulungen gelehrt wird. Allenfalls würde ein Wiederholungsspiel angesetzt. „Dann fahren wir eben noch einmal nach Gütersloh“, sagt er.

Spiel weitestgehend ausgeglichen

Das Spiel zwischen Gütersloh und Ennepetal verlief über 90 Minuten ausgeglichen, hatte kaum Chancen auf beiden Seiten und sah „wie ein typisches 0:0 aus“, sagt TuS-Trainer Alexander Thamm, der mit Unverständnis auf das Gelb-Rot gegen Bollmann reagierte. Dann drängte Dennis Drepper in den gegnerischen Strafraum und kam zu Fall. Den Elfer verschoss Weusthoff – und erzielte im Nachschuss doch den 1:0-Endstand.


Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

Autor: Heinz-G. Lützenberger

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