Ennepetal wartet weiter

02.12.2019
ai
Facebook
Twitter
Google+
http://www.tus-ennepetal.de/ennepetal-wartet-weiter">
Auch Interessant
Der zweifache Torschütze Felix Casalino (links) gegen Wilfried Sarr, der erstmals in der Startelf des TuS Ennepetal stand. (Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services)

Beste Unterhaltung zur besten Zeit. Am Freitagabend sorgen Sprockhövel und Ennepetal für ein „geiles Fußballspiel“, wie es Alex Thamm beschriebt.

Und wieder einmal hat das Derby der Fußball-Oberliga gehalten, was es vorher versprochen hat. Als die TSG Sprockhövel gegen den TuS Ennepetal am Freitagabend im Baumhof mit 2:1 (2:1) gewonnen hatte, hatten die Beteiligten und die 350 Zuschauer am Baumhof „ein geiles Fußballspiel gesehen“, so beschrieb es Alexander Thamm, Trainer der unterlegenen Gäste. Das sei auch ein Grund, warum er nicht ganz unzufrieden sei. Kein Wunder, hätte er doch gerne die Serie von fünf sieglosen Spielen beendet. Stattdessen ist seinem Pendant Andrius Balaika ein Stein vom Herzen gefallen, weil seiner Mannschaft nach fünf Niederlagen in Folge der dreifache Punktgewinn gelang.

Hochgeschwindigkeits-Fußball

Und in der Tat zeigten beide Mannschaften einen Hochgeschwindigkeits-Fußball, der seinesgleichen sucht. Von Beginn an suchten die Gastgeber das Heil in der schnellen Offensive, in überfallartigen Kontern. Aber auch die Ennepetaler versuchten immer wieder, Druck aufzubauen. Offensichtlich war allen Beteiligten klar, je größer der Druck, umso anfälliger die gegnerische Abwehr. „Und die Sprockhöveler Abwehr war sehr anfällig, was wir nicht ausgenutzt haben“, ärgerte sich Thomas Riedel, Sportlicher Leiter des TuS Ennepetal, nach dem Spiel. „Hier darf man nicht verlieren.“

Acht bis 15 Chancen für Ennepetal

Gemessen an den Chancen, die die Ennepetaler ausgelassen hatten, hat Riedel auch völlig recht. Und auch Thamm ließ sich von seinen Spielern vorrechnen, dass es gut und gerne acht bis 15 vielversprechende bis hundertprozentige Chancen gewesen sind, die die Ennepetaler nicht verwerten konnten.

Insbesondere in der hochspannenden Schlussphase war es Sevag Kherlopian, der teils freistehend, teils grätschend nicht zum Treffer kam. Ein Heber aufs leere Tor ging nur knapp über die Latte – es war bereits die zweite Minute in der Nachspielzeit. Zuvor hatte der zur Pause eingewechselte TSG-Stammkeeper Azmir Alisic ein dickes Ding von Kherlopian entschärfen können. Und Sprockhövels Innenverteidiger Johannes Sabah jubelte, als hätte er einen wichtigen Treffer geschossen, als er eine Chance von Dennis Drepper kurz vor Schuss vereitelte. Also: Reichlich Chancen gab es, die eigene Negativ-Serie von fünf sieglosen Spielen zu beenden.

Knöchelbruch bei Yasar vermutet

Doch nicht nur die Punkte verlor der TuS Ennepetal. Deniz Yasar, so eine erste Vermutung, wird den Klutertstädtern lange fehlen. Vermutlich einen Knöchelbruch hatte er sich zugezogen, als er im Zweikampf mit Christian Antwi-Adjej zu Boden ging. Der Spockhöveler Abwehrspieler war mit seinem Körper auf den Unterschenkel des Ennepetalers gefallen. Ein Foul, ja. Ein schlimmes, nein. Ein Zweikampf, wie er vielfach in einem Fußballspiel zustande kommt. Doch Yasar schrie auf, hielt seinen Unterschenkel. Er musste ausgewechselt werden (34.), mit einem Rettungswagen ging es noch zur Pause des Spiels in ein Krankenhaus. Ein Schock.

Casalino steht zweimal völlig frei

Den ersten Schock gab es für die Gäste bereits nach vier Minuten. Sprockhövel wirbelte, spielte lange, schnelle Bälle immer wieder in die Ennepetaler Nahtstellen. So, als Malick-Montell Mourtala mit einem Pass vor allem die Innenverteidigung mit Maik Bollmann und Wilfried Sarr alt aussehen ließ – und Felix Casalino freistehend aus fünf Metern traf. Immerhin kam Hoffnung auf, als Marvin Matten mit einem fulminanten Volleyschuss ausglich. Doch erneut war es Casalino, der kurz vor der Pause erneut völlig freistehend den Endstand markierte.