Ennepetal kann auf Platz zwei klettern

19.10.2018
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Am 7. September 2014 gewann der TuS Ennepetal letztmals ein Oberliga-Spiel gegen die TSG Sprockhövel. Doppeltorschütze damals Kapitän Abdulah El Youbari. (Foto: MiSch / Westfalenpost)

Das Derby der Liga steigt im Bremenstadion. Letzter Sieg der Klutertstädter ist vier Jahre her. Trainer Thamm legt wenig Wert auf Statistiken.

Stell’ Dir vor, es ist Sonntagnachmittag, gegen 17 Uhr, die Spiele der Fußball-Oberliga sind abgepfiffen – und der TuS Ennepetal ist auf dem zweiten, auf einem Aufstiegsplatz. Das ist tatsächlich möglich. Die Voraussetzungen: Ennepetal gewinnt gegen Sprockhövel, Haltern gewinnt nicht gegen Erndtebrück und Rhynern verliert in Gievenbeck.

Eine Konstellation, die diesen Spieltag für die Klutertstädter besonder interessant, besonders spannend macht. Aber alleine die Paarung des TuS Ennepetal gegen die TSG Sprockhövel hätte es in sich. Hat es in sich. Denn unabhängig jeglicher Tabellen-Konstellationen genießt dieses Oberliga-Derby einen besonderen Ruf. Stets war es emotional, stets spannend, meist hochklassig.

Fünf gemeinsame Oberliga-Jahre

Dabei haben die sonntäglichen Gäste die Nase vorn, was die Bilanz angeht. Denn in fünf Oberliga-Jahren erzielten die Ennepetaler in zehn Spielen magere zwei Siege. In der vergangenen Saison kassierte die damals von Jörg Behnert trainierte Truppe zwei Niederlagen – jeweils mit einem 1:2.

Der letzte Sieg für Ennepetal liegt lange zurück. Eine kleine Ewigkeit. Durch den Treffer von Ibrahim Lahchaychi gab es im Juli 2016 einen 1:0-Sieg – in einem Testspiel. Es ist mittlerweile über vier Jahre her, als es tatsächliche drei Oberliga-Punkte für Ennepetal gab – mit dem 3:2 durch die Tore von Abdulah El Youbari (2) und Timo Erdmann beim 3:2 im September 2014. Damals standen sich als Trainer Imre Renji und Robert Wasilewski gegenüber.

Doch von all diesen Statistiken und Gedankenspielen hält Ennepetals Trainer Alexander Thamm herzlich wenig.. „Was vorher gewesen ist, können wir ja nicht mehr beeinflussen. Wir blicken nach vorne und wollen drei Punkte erzielen“, sagt er. Und: „Wir haben die große Chance, nach dem elften Spieltag mit 21 Zählern dazustehen. Das wäre was.“

Natürlich gewinnt Thamm dem Spiel als Derby viel Positives ab. Vor allem die Hoffnung, dass tatsächlich der Zuschauer-Zuspruch am Sonntag merklich steigen wird. Die Begegnung ist eine Voraussetzung, die Wettervorhersage mit sonniger Witterung ebenso. Es kann ein kleines Fußballfest werden.

Auch dass seine Mannschaft unter Umständen gar auf den zweiten Platz klettern könnte, tangiert Alexander Thamm nicht wirklich. „Da ist mir zu viel Wenn und Aber. Andere Spiele, die wir nicht beeinflussen können. Wir müssen auf uns schauen, das zählt am Sonntag“, unterstreicht er.

Das gilt auch für die 90 Minuten auf dem Rasen im Bremenstadion. Da gilt es, die eigene fußballerische Anlage in die Waagschale zu werfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Respekt vor Sprockhövel ist groß – zumal das 5:0 gegen Haltern vom vergangenen Spieltag aufhorche ließ. „Dass Sprockhövel gegen Haltern gewinnen kann, überrascht mich nicht!“, so Alexander Thamm. „Die Höhe des Sieges ist schon ein dickes Brett und gibt Sprockhövel enormes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.“

Tagesform entscheidet

Der Sieg unterstreicht auch die Auffassung von Thamm, dass diese Oberliga 17 Mannschaften hat, die auf Augenhöhe spielen können. Viel hänge von der Tagesform ab, viel davon, wie Fehler von gegnerischen Spielern bestraft werden können. Und da gilt es für Ennepetal möglichst fehlerfrei zu spielen. Denn Sprockhövel ist eine Mannschaft, die Fehler gnadenlos ausnutzen kann – Haltern hatte dies schmerzhaft zu spüren bekommen. Dabei sieht Thamm den Gegner als kollektiv starke Einheit. „Einen Spieler herauszustellen, würde der Mannschaft nicht gerecht werden“, so Thamm. „Klar, Hasan Ülker ist ein torgefährlicher Stürmer. Aber auch er muss die Bälle von seinen Mitspielern erst einmal bekommen.

Nur der Kapitän fehlt

TuS Ennepetal selbst kann mit „voller Kapelle“, wie Alexander Thamm es ausdrückt, auflaufen. Alle sind im Training, lediglich kleiner Erkältungen gab es zu verzeichnen. Allerdings wird Kapitän Abdulah El Youbari fehlen. Es dauert noch, ehe sein Comeback in Szene gehen kann. Immerhin: Er hat erste Laufeinheiten absolviert. Er, der Doppeltorschütze vom letzten Ennepetaler Meisterschafts-Sieg gegen Sprockhövel am 7. September 2014.

Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

Autor: Heinz-G. Lützenberger

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