Ennepetal hält gegen Spitzenreiter mit – und verliert

04.11.2019
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Sevag Kherlopian (rotes Trikot; hier gegen Westfalia Herne) vergab eine Minute vor Schluss ein große Möglichkeit zum 1:1 (Foto: Marinko Prša / Westfalenpost)

Spitzenreiter und Liga-Favorit Wiedenbrück war für Ennepetal eine Nummer zu groß – wenngleich die Gastgeber lange die Partie offen hielten.

So grausam kann Fußball sein. Da schickt sich der TuS Ennepetal an, den Spitzenreiter der Fußball-Oberliga, SC Wiedenbrück, wenigsten noch einen Punkt abzuknüpfen. Doch die Ostwestfalen kontern die Ennepetaler eiskalt aus. Der Gastgeber hat schließlich mit 0:3 (0:1) das Nachsehen. Überdies erzielten die Gäste die Pausenführung zehn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

Die zweite Spielhälfte gehörte den Ennepetalern. Im Mittelfeld hatten sie das Kommando übernommen, meist ging der Weg gen Gehäuse der Gäste. Doch zwischen diesen Pfosten stand einer der Spieler, der den Unterschied ausmachte: Marcel Hölscher zeigte sich gewohnt souverän, fischte viele Bälle rechtzeitig weg und hatte in entscheidenden Situationen die nötigen Reflexe, um einen oder mehrere Treffer der Ennepetaler abzuwehren. „Gefühlt war der Ball zweimal hinter der Linie“, stöhnt am Ende auch TuS-Trainer Alexander Thamm.

Freistehend Chancen vergeben

So war es zum einen Nils Nettersheim, der freistehend zum Kopfball kam. Keine fünf Meter von der Torlinie entfern. Eigentlich ein sicheres Ding. Marvin Matten hatte geflankt. Doch der Kopfball ging auf den Körper des Gäste-Keepers. Da waren noch fünf Minuten regulär zu spielen. Genügend Zeit also, um aus dem 0:1 wenigsten noch ein Remis zu machen. Und nur vier Minuten später war es Sevag Kherlopian, der aus nächster Nähe an Markus Hölscher scheiterte. „Ein sehr starker Keeper, der neben Viktor Maier den Unterschied ausgemacht hat“, so Alexander Thamm.

Und in der Tat war es immer wieder der in Kirgistan geborene Offensivspieler Maier, der die Mannschaft nach vorne trieb. So hatte Ennepetal vor allem vor der Pause ordentlich Mühe, die Gäste vom Gehäuse fern zu halten. Meist vergebens. Denn im Mittelfeld, in der Nähe der 16er-Grenzen und viel zu oft auch im eigenen Strafraum hatte sich Wiedenbrück viel Raum und so auch viele Chancen erarbeiten können. Nur gut, dass die Innenverteidigung um Maik Bollmann und Linus Frölich sowie Keeper Marvin Weusthoff einen Sahnetag erwischte.

Ennepetal kommt stark aus der Pause

Doch in der 45. Minute war die Abwehr machtlos. Über die linke Außenbahn tankte sich Xhuljo Tabaku durch, ließ Florian Gerding stehen. In der Mitte lauerte eben dieser Maier – der keine Mühe hatte, freistehend die Führung der Ostwestfalen zu markieren. Schiedsrichter Lars Bramkmap pfiff die Partie erst gar nicht mehr an.

Dann kam Ennepetal stark aus der Pause. „Wir haben diese zweite Halbzeit mehr als gut mitgehalten, waren phasenweise auch besser. Das zeigt unser starkes Potenzial“, so Thamm, nachdem er den ersten Ärger über die Niederlage verdaut hatte. Er spricht an, was seine Jungs nach dem Seitenwechsel leisteten, zwar kaum Chancen kreierten, aber in den letzten fünf Minuten halt diese dicken Dinger durch Nettersheim und Kherlopian hatten.

Missverständnis bringt das 0:2

Die 90 regulären Minuten waren um, Ennepetal setzte mehr auf die Offensive, Keeper Weusthoff schaltete sich einmal mehr bei Standards vorne ein, als ein Entlastungsangriff von Wiedenbrück startete. Eigentlich war die Situation bereinigt, als Phil Beckhoff ein Missverständnis von Matten und Weusthoff zum 2:0 ausnutze – in der ersten Minute der Nachspielzeit. Imposant, dass Ennepetal immer noch nicht aufsteckte. „Das zeigt unsere tolle Moral“, lobte Thamm. Doch Beckhoff war es erneut, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit die größer werdenden Räume zum Endstand nutzte.