Einst Ennepetal, jetzt die große Bühne

09.01.2019
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Pfingsten 2018: Lassina Traoré (rechts) im Trikot von Ajax Cape Town. Der Stürmer hat einen Vertrag bei Ajax Amsterdam unterschrieben. (Foto: Marinko Prša / Westfalenpost)

Lassina Traoré erzielt zwei Tore für Kapstadt gegen den Gastgeber beim Spax-Cup 2018. Stürmer aus Burkina Faso unterschreibt bei Ajax Amsterdam

Kapstadt/Ennepetal. Gestern in Ennepetal, morgen auf der großen Fußballbühne. So sieht es immer wieder aus, nachdem fußballerischen Talente ihr Stelldichein zu Pfingsten beim Turnier des TuS Ennepetal gegeben haben. So Lassina Traoré, der im vergangenen Jahr noch für Ajax Cape Town im Bremenstadion aktiv war. Beim Spax-Cup 2018 traf er zweimal gegen den gastgebenden TuS Ennepetal.

Jetzt geht es auf die große Fußball-Bühne für den 17-Jährigen, der am kommenden Samstag, 12. Januar, seinen 18. Geburtstag feiern kann. Er wechselt zu Ajax Amsterdam, dem Gruppengegner des FC Bayern München und Achtelfinalisten in der UEFA Champions League. Traoré unterschreibt einen Vertrag bis 2022.

„Farm-Team“ von Amsterdam

Eine Wechsel vom Kap der guten Hoffnung in die holländische Metropole erscheint nicht ungewöhnlich. Denn Ajax Cup-Town ist eine Art „Farm-Team“ des niederländischen Erstligisten Ajax Amsterdam. Für die Spieler des afrikanischen Kontinentes war die jüngste Auflage um den Ennepetaler Spax-Cup auch eine Art Schaulaufen. Bei den deutschen Scouts wäre Südafrika laut Hans Vonk, Verantwortlicher Jugendleiter des Turnierneulings, nicht dermaßen im Fokus, wie andere Länder.

Auch wenn die Bundesliga in Südafrika bekannt ist, ist es der Traum aller Spieler, wohl eher in englischen Teams zu spielen. Talente, so war es Pfingsten 2018 zu sehen, habe Cape Town einige in ihren Reihen. Für viele war und ist ein holländischer Erstligist ein Ziel. Als das seinerzeit größte Juwel des Clubs bezeichnet Vonk, der in der Holländischen Ehrendivision unter anderem für SC Heerenveen und Ajax Amsterdam spielte, Lassina Traoré aus Burkina Faso.

„Der wird in zwei, drei Jahren bei Ajax für Furore sorgen“, hat der einstige Keeper vor wenigen Monaten noch prognostiziert. Jetzt hat der Stürmer mit dem Vertrag in Amsterdam einen ersten Schritt getan. Damit wäre Traoré auch der erste Südafrikaner, der es ins Spax-Cup-Allstar-Team schaffen würde.

Dabei konnte der Ajax-Stürmer beim Spax-Cup aufgrund einer Verletzung noch nicht das zeigen, was in ihm steckt. Immerhin spielte er die Gruppenspiele, traf zweimal beim 6:0-Sieg der Afrikaner gegen den gastgebenden TuS Ennepetal. 0:1 gegen den Hamburger SV und ein 0:0 gegen Middlesbrough lauteten die weiteren Ergebnisse unter Beteiligung von Traoré. Im Spiel um Platz fünf stand er erst gar nicht im Kader. Nach einem Strafstoß-Schießen hatte Kapstadt gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:5 das Nachsehen. Für die Südafrikaner vom Kap der guten Hoffnung sprang am Ende der 6. Platz heraus.

Vergangenes Pfingsten hatte der 18-Jährige zwar noch kein Pflichtspiel für sein Heimatland Burkina Faso bestritten, dennoch gehört Traoré in der WM-Qualifikation oft zum Kader. Zwei Freundschaftsspiele und drei Tore stehen bei ihm international bisher zu Buche. Warum er zum Nationalmannschaftskader gehört, zeigte er jedenfalls im ersten Spiel gegen den Gastgeber.

Beim 0:6 bekam Ennepetal von Traoré einen Doppelpack eingeschenkt. „Seine unfassbare Beweglichkeit, Technik und Zweikampfstärke ist für einen Jungen seines Alters unglaublich und letztendendes für uns dann auch einfach nicht zu verteidigen“, fasste der damalige Trainer Ennepetals Abdullah Akbaba seine Meinung über den 18-Jährigen zusammen.

Gute Stimmung

Doch was mehr zählte und auffiel, war die Stimmung, die die jungen Afrikaner durch Zusammenhalt und Offenheit präsentierten. Diese war durchweg positiv und zauberte den Gästen oft ein Lächeln in ihre Gesichter. Und dazu trug auch Lassina Traoré bei, der in Zukunft einer der Stars in seiner Heimat Burkina Faso sein wird – und darüber hinaus bei Ajax Amsterdam . . .



Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis
Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.
Autor: Heinz-G. Lützenberger
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