Eine Ära endet: SPAX-Cup in diesem Jahr zum letzten Mal

30.01.2019
msc
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Im vergangenen Jahr durfte der Hamburger SV über den Sieg beim SPAX-Cup jubeln (Bild: WP)

45 Jahre sorgt der TuS Ennepetal dafür, dass sich die internationale Elite im Nachwuchsfußball im Bremenstadion trifft – nun endet diese Ära.

Wenn in diesem Jahr am Pfingstmontag der Sieger des Spax-Cup den Pokal in die Höhe reckt, wird der Turniersieger eine historische Rolle in der 46 Jahre langen Geschichte des internationalen A-Jugendturniers einnehmen: Es wird nämlich der letzte Gewinner des prestigeträchtigen und weit bekannten Turniers sein. Das Turnier des TuS Ennepetal wird in dieser Form nicht mehr stattfinden, zu groß geworden sind die finanziellen Belastungen und die Schwierigkeiten geeigneter Teilnehmer zu finden.

Diese Entscheidung gaben die Verantwortlichen des TuS Ennepetal bei der eigentlich obligatorischen Vorstellung der Turnierteilnehmer an diesem Sonntag bekannt. Es ist eine, die beim Ennepetaler Fußballverein nur kurz für Trauer sorgt. „Wir wissen hier um die schönen Zeiten, die uns dieses Turnier bereitet hat. Wir wissen aber genau so um die Probleme. Deswegen ist es der richtige Schritt für uns“, sagt Michael Peiniger, Vorsitzender beim TuS Ennepetal. Peiniger organisierte das Turnier lange selbst mithilfe von Vereinsmitgliedern.

Termin wurde immer schwieriger

Die Gründe, das Turnier in dieser Form über die Auflage in diesem Jahr nicht fortzusetzen, wurden bei der Vorstellung der Teilnehmer 2019 augenscheinlich. Stand jetzt stehen fünf Mannschaften fest – wobei das Team des Gastgebers schon inkludiert ist. „Es ist immer schwieriger geworden, zu diesem Termin Vereine zu finden, die teilnehmen möchten“, sagt Pressesprecher Marc Schulte. Die Turnierleitung ist aktuell noch in Gesprächen und optimistisch, das Teilnehmerfeld wie in der Vergangenheit mit acht Mannschaften noch besetzt zu bekommen. Der Termin an Pfingsten ist für viele der Vereine, dessen Jugendteams sich zu diesem Zeitpunkt schon in der spielfreien Zeit befinden, schlichtweg nicht mehr attraktiv genug.

Zudem sind die Belastungen für die jungen Fußballer in den vergangenen Jahren immens gestiegen, wie Schulte weiß. „Es gibt die Youth-League, den DFB-Pokal und die Jugend-Bundesligen. Der ganze Bereich wurde deutlich professionalisiert in den vergangenen Jahren, weshalb es für die Vereine schwieriger ist, an Turnieren wie dem Spax-Cup teilzunehmen.“ In diesem Jahr fällt Pfingsten in den Juni, dann sind die Entscheidungen in den Ligen und Pokalen für Nachwuchsteams gefallen.

Ein weiterer Grund für das Ende des internationalen Pfingstturniers sind die Finanzen. Die Kooperation mit dem Schraubenhersteller Spax endet in diesem Jahr, Gespräche über eine Verlängerung fanden bis jetzt nicht statt. Es deutete sich aber bereits an, dass die finanzielle Unterstützung kleiner wird – bei steigenden Kosten durch die teilnehmenden Vereine. „Wir reden da von einem sechsstelligen Betrag, den wir in dieser Form nicht mehr aufbringen können“, sagt Marc Schulte.

Neues Turnier wird regionaler

Gerade die Kosten für Hotels und Flüge sprengten in den vergangenen Jahren das Budget. „2018 hatten wir ein sehr schönes Turnier, das finanzielle Ergebnis war da aber bereits negativ“, sagt Michael Peiniger. Eben diese gestiegenen Kosten gepaart mit den terminlichen Schwierigkeiten hatten in den vergangenen Jahren bereits dafür gesorgt, dass der Spax Cup das einzige A-Jugendturnier an Pfingsten in Deutschland wurde. „Das waren früher einmal vier, nach und nach haben alle die Segel gestrichen“, weiß TuS-Vorsitz Michael Peiniger.

So traurig die Beteiligten beim TuS Ennepetal aktuell sind, dass das traditionsreiche Turnier in diesem Jahr ein Ende findet – einen Plan für die Zukunft haben sie im Hintergrund auch schon geschmiedet. Ab dem Jahr 2020 soll es ein Vorbereitungsturnier für U19-Mannschaften geben, dass zwischen Ende Juli und Anfang August stattfinden wird. Dann sollen vermehrt nationale und regionale Teams an den Start gehen. Konkrete Pläne gibt es diesbezüglicher aber noch nicht. „Wir stehen da noch am Anfang“, so Peiniger.

Eine Ära wird also in diesem Frühjahr in Pfingsten enden. Das Turnier das zu Hochzeiten bis zu 15.000 Zuschauer ins Bremenstadion gelockt und viele spätere internationale Topstars sah, ist mit dem Ende des Finals am Pfingstmontag Geschichte.



Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis
Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.
Autor: Fabian Vogel
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