Der Optimismus vergeht ihm so schnell nicht

28.11.2018
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Der Daumen zeigt weiter nach oben, das Lächeln wirkt fast schon manifestiert: Abdulah El Youbari ist trotz des erneuten Rückschlags auf dem Weg zum Comeback beim Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal gut drauf. Der Kapitän des Teams freut sich über die starke Serie in seiner Abwesenheit. (Foto: Mustafa Balci / Westfalenpost)

Abdulah El Youbari, Kapitän des Oberligisten TuS Ennepetal, verpasst den guten Lauf seiner Kollegen – behält aber seine positive Einstellung.

Abdulah El Youbari zieht die Tür der Arztpraxis hinter sich zu. Eigentlich hatte er erwartet, dass er nach der MRT-Untersuchung gute Nachrichten für seinen Trainer Alexander Thamm hat. Doch die hat er nicht, als er zum Handy greift und ihn anruft. Was den Fußball angeht, ist das Jahr 2018 für ihn gelaufen.

Abdulah El Youbari ist ein äußerst positiv eingestellter Mensch. Seit zwei Monaten muss der Kapitän des TuS Ennepetal nun schon verletzt zusehen, wie seine Kollegen beim Fußball-Oberligisten von Erfolg zu Erfolg eilen. Seitdem der Offensivspieler mit einer Verletzung am Fuß nicht einsatzfähig ist, haben die Ennepetaler kein Spiel verloren – und sind bis auf Platz vier der Tabelle vorgestoßen. Für El Youbari aber kein Problem, denn der 31-Jährige weiß mit den Scherzen seiner Mitspieler umzugehen.

Es läuft die 75. Spielminute des sechsten Spieltags, Abdulah El Youbari verlässt gerade beim Stand von 1:2 für die Reserve des FC Schalke 04 den Rasen im Bremenstadion, für ihn kommt Mehmet Tunc. Vorerst, so stellt sich im Nachhinein heraus, sollte dies der letzte Auftritt des Ennepetaler Kapitäns in dieser Saison sein. „Ich habe mir eine Faszie unter dem Fuß gerissen, bis dahin wusste ich gar nicht, dass es sowas gibt“, sagt er mit einem Lachen. Die große Entzündungsgefahr bei Verletzungen unter dem Fuß zwingt ihn dazu, diesen in den kommenden Wochen in einem Gips ruhig zu stellen. „Der Arzt hat damals gesagt, dass ich vier bis sechs Wochen fehlen werde“, erinnert sich El Youbari an die erste Diagnose.

Neun Spiele ohne Niederlage

„Ich will mir jetzt keinen Druck machen. Brauche ich ja auch nicht, es läuft ja auch ohne mich. Wenn ich reinkomme, will ich auch helfen, das kann ich im Moment aber nicht“, nimmt El Youbari die Pause gelassen. Verständlich, dass der Kapitän des Tabellenvierten angesichts des aktuellen Laufs seines TuS keinen Anlass dafür sieht, es mit seinem Comeback zu überstürzen und die eigene Gesundheit damit zu gefährden. Sechs Siege und drei Unentschieden fuhr die Mannschaft von Trainer Thamm nach der Verletzung ihres Anführers ein.

Ein Problem für einen ehrgeizigen Sportler wie El Youbari?„Es geht immer um das Team, das ist doch für mich eine sehr komfortable Situation“, sagt er. Er spricht es nicht nur aus – der Zuhörer merkt, dass es der Ennepetaler Kapitän auch so meint. Obwohl seit zwei Monaten nicht mehr aktiv dabei, ist El Youbari weiterhin ganz nah an der Mannschaft, beobachtet wie erfolgsorientiert und akribisch das Team arbeitet. „Das ist einfach Wahnsinn, wir sind ja immer noch der TuS Ennepetal“, sagt er. Und er muss es wissen, gehört er doch neben Spielern wie Tim Dosedal, Maik Bollmann und Nils Nettersheim seit Jahren zum festen Stamm der Ennepetaler.

Seit neun Spielzeiten um genau zu sein. „Ich habe auch bereits für mein zehntes Jahr zugesagt“, sagt El Youbari mit Freude in der Stimme. In seiner Zeit im Bremenstadion ist er für seine gute Laune bekannt, der Kapitän sorgt innerhalb des Teams mit seiner Art und einigen Sprüchen immer wieder für gute Stimmung. „Er bekommt jetzt auch mal einen flapsigen Spruch von uns“, sagt sein Trainer Alexander Thamm. „Wurde ja auch mal Zeit, dass er für seine Sprüche auch mal was zurück bekommt“, scherzt der Übungsleiter weiter. El Youbari nimmt’s gelassen. „Klar kommen da Sprüche, aber die nehme ich in dem Zusammenhang gerne in Kauf“, sagt er.

Neue Herausforderungen

Das fällt ihm in dieser Spielzeit umso leichter, denn der TuS überrascht in dieser Saison wirklich alle Experten, ist nach dem 15. Spieltag als Vierter auf Tuchfühlung zu dem Tabellenzweiten Westfalia Rhynern, einem der beiden möglichen Aufsteiger in die Regionalliga. „Das hatte niemand erwartet. Wenn wir im April immer noch so dran sind, müssen Verein und Spieler reagieren, dann müssen wir bereit sein“, so El Youbari. Doch zuvor fordert er seine Kollegen auf, die aktuelle Marschroute weiter beizubehalten, um nicht vom erfolgreichen Weg abzukommen. Der Kapitän warnt vor den Gefahren eines Höhenflugs und neuen Herausforderungen. „Die Rückrunde wird schwerer für uns, dann sind wir nicht mehr einfach der TuS Ennepetal, dann sind wir ein Topteam. Die Gegner haben uns jetzt auf dem Zettel“, sagt er.

Abdulah El Youbari spricht, als würde er in jeder Trainingseinheit gemeinsam mit seinen Mitspielern auf dem Rasen stehen. Das tut er allerdings erst wieder im neuen Jahr. „Er ist dann wie ein interner Neuzugang und wird die Konkurrenz auf den Außenbahnen brutal beleben“, sagt Thamm. Der Trainer wird sich freuen, dass sein Kapitän trotz des Rückschlags seine positive Einstellung nicht verloren hat.

Der Kapitän El Youbari – seit 2010 beim TuS an Bord

Bis zu der Verletzung war Abdulah El Youbari in guter Form. Nach sechs Spieltagen standen bei ihm bereits drei Treffer zu Buche. Insgesamt hat der 31-Jährige in den vergangenen sechs Jahren 149 Spiele für den TuS Ennepetal in der Oberliga absolviert und dabei 49 Tore erzielt. 2010 wechselte er von RW Lüdenscheid zum damaligen Landesligisten.


Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

Autor: Fabian Vogel

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