Asche verdirbt Thamm die Freude

05.12.2018
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So sieht der Nebenplatz Helfe aus, wenn es regnet. Demnächst spielt der SV Boele-Kabel auf Kunstrasen, das Pokalspiel gegen den TuS Ennepetal war das letzte Spiel auf der Asche. (Foto: SV Boele-Kabel)

Das Weiterkommen im Pokal musste sich der Oberligist TuS Ennepetal schwer erarbeiten. Angesichts der Platzverhältnisse war das keine Überraschung.

Der Ball fliegt in Richtung des Trainers vom Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal. Doch an diesem Abend ist alles ein wenig anders als gewohnt bei Alexander Thamm. Bis vor kurzem noch selbst aktiv, lässt er eigentlich keine Gelegenheit aus, selbst noch einmal gegen den Ball zu treten – nur an diesem Abend nicht.

Dass der Kreispokal bei den Fußballern ohnehin nicht besonders beliebt ist, ist keine neue Nachricht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Spiele zumeist unter der Woche ausgetragen werden. Ein anderer, einer, der den TuS Ennepetal am Dienstagabend im Achtelfinalspiel gegen den Kreisligisten SV Boele-Kabel betraf, sind die Plätze der niederklassigen Vereine. „Der Platz war eine Vollkatastrophe“, sagt Alexander Thamm. Der Trainer des Fußball-Oberligisten ist ziemlich angefressen, dass sein Team in Hagen auf einem „Schotterplatz mit eckigen Pfosten“ antreten musste, wie Thamm es formuliert. Ein geordnetes Fußballspiel, so der Übungsleiter und einmalige Bundesligaspieler weiter, sei nicht möglich gewesen.

Boele macht sich Platz zu Nutze

Dass der Gegner vom SV Boele-Kabel versucht hat, sich diese Situation zu Nutze zu machen, ist für Thamm absolut nachvollziehbar. Schnelle Passstafetten sind auf dem holprigem Untergrund kaum möglich, immer wieder verspringen Pässe von denen die Oberliga-Kicker eigentlich gewohnt sind, dass sie beim Mitspieler ankommen. Kein Wunder also, dass der Kreisligist keinen Raum anbieten möchte, in den Siepmann & Co. ihre schnellen Stürmer schicken können. „Sie haben mit zehn Mann 30 Meter vor dem eigenen Tor verteidigt“, schildert Ennepetals Trainer die Szenerie.

Zudem, so berichtet Thamm, gab es ein eher ungewohntes Spielgerät am Dienstag. „Das war eine Kanonenkugel. Als der auf mich zugeflogen kam, hab ich mich weggedreht, da wollte ich nicht vortreten“, sagt Thamm. Der Trainer der Ennepetaler sagt das mit einem Lachen, er nimmt die Gegebenheiten dieses Pokalspiels so hin, wie sie sich für ihn und sein Team am Dienstag darstellten. „Mit unserer Art Fußball zu spielen, hat das aber nicht viel zu tun“, sagt er, einen Vorwurf an die Gastgeber richtet er dabei nicht.

Phantom-Tor ist Thamm egal

Denn die haben sich mit diesem Spiel von der Asche in Helfe verabschiedet, künftig geht es nur noch auf dem neugebauten Kunstrasen um Tore und Punkte. „Auf dem Platz von Dienstag kann man sich mal mit ein paar Freunden zum kicken treffen, mehr aber auch nicht“, sagt Alexander Thamm. „Fußballspiel kann man dazu nur sagen, wenn man das in Anführungszeichen setzt“, so der Ennepetaler Trainer weiter.

Nach dem 1:0 für den TuS durch Lahchaychi (28.) konnte Boeles Giemsa (früher Türk Gücü Ennepetal) ausgleichen (35.). Die erneute Führung durch Oberlies war dann stark umstritten, der Ball ging nach Aussagen der Boeler Spieler über ein Loch im Außennetz ins Tor. „Es ist mir egal, ob der Ball drin war, beim 1:1 stand der Boeler Spieler schließlich drei Meter im Abseits“, nimmt Thamm die Situation zur Führung wie vom Schiedsrichter entschieden.

„Alle sind gesund, wir haben uns 90 Minuten bewegt und sind eine Runde weiter“, sagt Thamm. „Jetzt freuen wir uns wieder auf einen normalen Platz“, schließt er.


Quelle: Westfalenpost EN-Südkreis

Die Lokalredaktion für den EN-Südkreis mit den neuesten Meldungen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

Autor: Fabian Vogel

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